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Mittwoch, 12. Februar 2014

The Whisky-Kitchen: The Ultimate Steak Burger

Zum Geburtstag habe ich von meinem Bruder ein tolles Kochbuch bekommen: "The Whisky Kitchen" von Sheila McConachie und Graham Harvey. Ich hatte es vor eineinhalb Jahres auf Islay in der Bruichladdich Destillery entdeckt und mir seither gewünscht. Und natürlich wusste mein Bruder auch gleich, was er am besten findet, das haben wir dann einige Tage später auch gemacht: "The Ultimate Steak Burger" mit dem Whisky "Jura Superstition" Dazu passt übrigens ein grüner Blattsalat (im Winter z.B. Feldsalat) ganz hervorragend.
Den Whisky im Fleisch hat man gar nicht so sehr herausgeschmeckt, aber der Whisky in der Tomatensauce macht sich herrlich und auch ein Schlückchen dazu, mal anstatt dem Wein, ist was sehr leckeres. Warum immer nur Wein oder Bier im oder zum Essen?

Für 4 Personen:

Für die Burger:
  • Olivenöl zum Braten
  • 2 Schalotten
  • 400g Rinderhackfleisch (idealerweise vom Steak)
  • 3 große Essiggurken
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 15 ml Sahne
  • 2 TL Tomatenmark
  • 1/2 TL Dijon Senf
  • 1 TL gehackte Petersilie (frisch)
  • 15-30 ml Jura Whisky (ich habe den "Superstition" verwendet)
  • 1 Eigelb
  • Salz und frisch gemahlener, schwarzer Pfeffer
  • 1 große Zwiebel für die Röstzwiebeln
Die Schalotten hacken und in wenig Olivenöl glasig dünsten. Essiggurken und Knoblauch fein hacken und zusammen mit allen anderen Zutaten (außer der Zwiebel natürlich) zu einer homogenen Masse verkneten. Vier gleiche große Burgerbratlinge formen und zugedeckt für ca. 30min in den Kühlschrank stellen (oder länger, je nachdem wie lange man für die Beilagen benötigt). In der Zwischenzeit die Zwiebel in feine Ringe schneiden und in einer Pfanne mit Olivenöl anbräunen. Außerdem die Rösti und die Tomatensauce sowie ggf. einen Beilagensalat zubereiten.

für die Tomatensauce:
  • Olivenöl zum Braten
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 400g gehackte Tomaten aus der Dose
  • 2 TL Balsamico Essig
  • 30-50ml Jura Whisky
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in einem kleinen Topf in Olivenöl glasig dünstigen. Die gehackten Tomaten, Balsamico und Whisky zugeben, mit Oregano, Salz und Pfeffer und ggf. weiterem Whisky abschmecken und aufkochen. Ca. 20min bei geschlossenem Deckel köcheln lassen.

für die Rösti:
  • 500g mehligkochende Kartoffeln
  • 1/2 EL Stärke
  • 2 TL Salz
  • 3 Salbeiblätter, fein gehackt
Die Kartoffeln ca. 10-15min halb durchgaren (im Dampf oder im heißen Salzwasser, sie dürfen innen noch roh sein). Die Kartoffeln etwas abkühlen lassen, häuten und grob raspeln. Die Kartoffelmasse mit der Stärke, dem Salz und dem Salbei verkneten. Vier Röstitaler daraus formen und von jeder Seite in reichlich Olivenöl ca. 2-3 min braten. Die Rösti können gut warm gehalten werden.

Zum Schluss die Burger auf den Rösti anrichten und mit den Röstzwiebeln garnieren. Die Tomatensauce außen herum anrichten und mit einem grünen Salat sowie einem Schluck des passenden Whiskys servieren.

Guten Hunger!
Eure Bille

Mittwoch, 6. Juni 2012

Scotland - Discovering Fort WIlliam and around

Die letzten 3 Tage unserer Schottlandreise haben wir im Zielort unserer Trekkingtour verbracht - Fort William. Die Kleinstadt mitten in den Highlands liegt am Loch Linhe, einer der langen Fjorde und ist unter anderem Ausgangspunkt für die Besteigung des Ben Nevis (1344m), des höchsten "Berges" (oder besser munros) der britischen Inseln. Den haben wir natürlich auch mitgenommen.

Die anderen beiden Tage haben wir verschiedene Dinge durchprobiert, die wir unbedingt noch versuchen wollten und außerdem die Ben Nevis Destillery besucht.


Von letzterer waren wir leider gar nicht so begeistert. Die Tour bestand aus einem Video und einem ca. 15minütigen Rundgang, bei dem man aber kaum etwas gesehen hat. In viele Hallen konnte man nur von außen hineinschaun, durch die anderen sind wir in wenigen Minuten durchgelaufen.
Die anschließende "Verkostung" war genau ein kleines Glas des jüngsten und einfachsten Blends der Destille. Auf die Frage, ob wir den einzigen Single Malt, einen 10jährigen Whisky, versuchen dürften, bekamen wir nur zur Antwort, dass sie den nicht ausschenken würden, das würde sich nicht lohnen.
Aus unserer Sicht also ziemlich enttäuschen. Trotzdem eine kurze Bewertung:

Ben Nevis Blue Label:
40% vol., Blend aus 4-7-jährigen Whiskys, gelagert in Weinfässern. Er schmeckt einfach und mild, ein totaler Standard.
Anmerkung: Er gilt als sehr guter Blend und gewann 2000 eine Goldmedaille beim "International Wine&Spirit Competition". Trotzdem fällt er gegenüber den Single Malts, die wir sonst probiert haben total ab.
Bewertung: -/0

Schon mal vom "Deep Fried Mars Bar" gehört? Das soll angeblich der totale Renner, vor allem in den größeren Städten Schottlands sein - naja, bei den Touristen. Es handelt sich um einen frittierten Mars-Riegel im Teigmantel (im gleichen Teig frittiert, mit dem auch der Fisch für Fish&Chips paniert wird). Wir haben überall danach gesucht, und keinen gefunden. Auf persönliche Anfrage hat uns dann der Imbisstand am Zeltplatz einen Riegel aus dem Campingplatz-shop frittiert. Wir wollten einfach wissen, ob es Michael schmeckt (der sich den Ruf erworben hat, alles zu essen, vor allem Schokolade ;) ).



Das schokierende: Ja, er hat ihm geschmeckt. Noch schockierender: Flo und ich fanden es auch gar nicht so schlecht. Zugegeben: Immerhin scheint der Typ in der Imbissbude frisches Fett zu verwenden, nach Fisch hats nämlich nicht geschmeckt! Es schmeckt fettig und unglaublich süß!

Nach so viel Trekking und der doch recht anstrengenden Überschreitung des Ben Nevis hatten wir natürlich Appetit. Auf Sandwiches, Baguettes, Obst und, weil es auch so warm war: Eis! Die folgenden Fotos bleiben deshalb unkommentiert :)

Einmal sind wir dann aber doch noch richtig gut Seafood essen gewesen: Im Crannog Restaurant!

Das elegant und doch gemütliche Fischlokal direkt am Ufer des Loch Linhe ist nicht das allergünstigste (Hauptspeise 15-20 £), hat aber sehr guten Fisch und Meeresfrüchte. Die Speisekarte ist überschaubar, dafür gibt es jeden Tag eine Spezialitätenkarte, je nachdem was es gerade an Fisch gibt.
Das Restaurant wurde übrigens 2011 auch im Guide Michelin erwähnt, das sagt uns zumindest der Aufkleber im Fenster. Und das will im Normalfall ja wirklich was heißen!


Wir hatten zur Vorspeise: Fishcake mit Salat, Miesmuscheln in Weißweinsauce sowie Herz- und Venusmuscheln in Sahnesauce mit Chorizo und Tomaten.



Als Hauptspeise gabs dann: Krabbe in der Schale (kalt) mit Tomaten-Avocado-Salsa, Kartoffelsalat und Joghurtdressing. Außerdem Heilbutt mir Kräuterkruste auf Lauchbett mit Kartoffeln sowie Gebackener Seehecht mit Kartoffelpürree, Kopfsalat mit Minze und Erbsenpürree.



Ich kann das Restaurant uneingeschränkt empfehlen. Zusammen mit einer guten Flasche Weißwein, am offenen Fenster bei Sonnenschein: Herrlich!

Das wars aus Schottland. Ein Land, das ich nicht nur aufgrund seines Whiskys, sondern duchaus mal kulinarisch empfehlen kann. Egal ob indische, japanische oder manchmal eben auch typisch britische Küche sowie Seafood und ähnliches, es gibt dort tatsächlich auch kulinarisch was zu entdecken.

Guten Hunger!
Bille

Dienstag, 5. Juni 2012

Scotland - Food and Drink of the Highlands

Im Anschluss an das Whiskytesten auf Islay hat es uns wieder aufs Festland, in die westlichen Highlands verschlagen. Dort waren wir auf Trekkingtour unterwegs, was uns nicht davon abgehalten hat, immer wieder mal irgendwo einzukehren oder auch sehr lecker auf Tour zu kochen.

Im Endeffekt beginnt unsere Tour schon mit der Reise von Islay nach Oban, wo wir wegen Verspätungen in dem kleinen Ort Lochgilphead etwas über eine Stunde auf den nächsten Bus warten müssen. Zusammen mit 3 Neuseeländern, die das gleiche Ziel wie wir haben, warten wir in einem süßen, kleinen Café (und klein ist wörtlich zu nehmen, es sind genau 4 kleine Tische drin) mit "homemade bakery", das "Mrs Mac's Coffee Shop". Traditionelle britische Scones (Rezeptvorschlag), Cupcakes und verschiedene Kuchen, dazu guten Schwarztee. So lässt es sich warten.



Weiter gings nach Oban, wo wir uns vor dem Abmarsch noch mal gute Fish and Chips, Fish Pie bzw. Scampi and Chips gegönnt haben. Heiß, fettig, mit Gemüse und Salat und richtig lecker. Genau das Richtige, wenn man sich aufmacht, auf mehrere Tage Trekking und es draussen kalt und wechselhaft ist. Das kleine Lokal "Oban Fish and Chips Shop" ist ein Take away mit angeschlossenem Lokal. Sieht es von aussen ein bisschen nach billigem Take-away aus, ist es doch wirklich zu empfehlen.


Aber auch unterwegs haben wir uns nicht lumpen lassen: Eine Espressokanne war genauso im Gepäck, wie ein guter Kocher und viel Essen.
Da kann man schon auch mal Pfannkuchen backen (Rezept), oder einen Linsen-Kartoffeltopf (Kartoffelbrei-Pulver ist besser als getrocknete Kartoffelscheiben. Diese brauchen lange zum Einweichen und sind dann immer noch zäh)mit frisch gebackenen Chapati. Sogar Toast (z.B. zum Rührei) bekommt man mit etwas Kreativität hin :)





Auch wenn das mit den Chapati irgendwie verlockend klang: Die Kocherpfanne wird einfach nicht heiß genug und es brennt an, bzw. bleibt kleben. Was aber bestimmt lecker ist: Wenn man ein Lagerfeuer hat und Stockbrot dazu machen kann.

Und wenn man zwischendrin mal in einen Ort kommt, wie zum Beispiel Kinlochleven, bietet es sich geradezu an, auch mal die Vorräte mit frischen wieder aufzustocken und unterwegs ein schon fast obligatorisches "Fish&Chips" oder einen Burger zu essen. Im erwähnten Ort kann ich dafür das Restaurant (und wenn das Wetter mal ganz schlecht ist, haben die auch Übernachtungsmöglichkeiten) "Highland Getaway" empfehlen. Das war mit das beste Fish&Chips, das wir hatten, und das zu sehr guten Preisen.

Und Whisky? Klar, gibts auch.
Wir haben natürlich auch der Oban Destillery einen Besuch abgestattet, um dort aber zu erfahren, dass es ein Tasting ausschließlich in Zusammenhang mit einer Tour gibt, und auf die nächste hätten wir 1,5 Stunden warten müssen. Das wollten wir an diesem Tag nicht mehr und sind deshalb gegangen. Insgesamt muss man aber sagen, dass die Destillery deutlich touristischer ist, als die, die wir auf Islay besucht haben. Aber immerhin hat jemand Humor bewiesen:


Den Whisky, den wir uns dank Verhandlungsgeschick von Michael in Bruichladdich in die dort neu erworbenen Falchmänner haben füllen lassen und die Miniflasche vom Laphroig "Cask Strength" haben wir dann unterwegs, nach anstrengenden Tagen oder einfach an einem schönen Abend gegönnt.
So trinkt man heute Whisky on the rocks!


Eine letzte Station steht noch aus: Unser Ziel "Fort William".
Bis dahin!

Guten Hunger!
Bille

Scotland - Whisky of northern Islay


Da es in Islay aktuell 8 aktive Destillen gibt, bleibt es natürlich nicht bei dem Besuch zweier.
Wenn auch an der Südküste im Inneren einer weit herein reichenden Bucht (Loch Indaal gelegen, so zählen die Destillen von Bowmore und Bruichladdich doch schon zu den Destillen der Nordhälfte der Insel. Ganz im Norden gibt es dann außerdem noch Caol Ila und das benachbarte Bunnahabhain, das wir aber aus Zeitgründen nicht mehr besucht haben.

Bruichladdich ist eine relativ alte Destille und zählte bei der Eröffnung 1881 zu den modernsten Destillen, die es gab. Nach einer Stilllegung in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde sie 1994 erneut stillgelegt, bis sie im Jahr 2000 für 7,5 Mio £ verkauft wurde [1]. Davon waren 2 Mio £ für die Geräte und der Rest der Summe für den großen Whisky-Vorrat. Ein großer Teil der alten verkauften Whiskys stammt also noch aus der Periode der Vorbesitzer, trotzdem kommen inzwischen die ersten 10-jährigen und jüngeren Whiskys aus der neuen Periode auf den Markt.
In Bruichladdich haben wir uns außerdem einer Tour durch die Destille angeschlossen, da man hier besonders viel sehen kann. Viele Geräte sind noch um die 100 Jahre alt, und die Destille ist eine der wenigen, die auch selbst abfüllt. Einige Bilder gibts hier:

 
In der 100 Jahre alten Mühle wird das Malz gemahlen um dann mit Hefe und Wasser vermischt quasi zu Bier gemacht zu werden.

           
Dieses "Bier" wird ca. 4 Tage vergoren, bevor es in der kupfernen Brennblase gebrannt wird. Die recht Blase ist "Ugly Betty", die Brennblase für den Gin, bei der der Alkoholdampf durch  den mit Kräutern gefüllten "Topf" im oberen Rohr geleitet wird.

         
In Holzfässern wird der Whisky im Anschluss gelagert, je nach Wunsch unterschiedlich lange und in unterschiedlichen Fässern. Bevor er verkauft wird, muss er natürlich auch abgefüllt werden.

Im Anschluss an die Tour konnten wir auch einige sehr gute Whiskys probieren, die im Folgenden aufgeführt sind. Für die Art der Bewertung soll auf den vorherigen Blogeintrag verwiesen werden.

Rocks:
46% vol., <10 ppm "peat", also Torfgeschmack. Für die Verhältnisse der Insel ist das sehr wenig torfig, wobei generell die nördlicheren Destillen weniger rauchige und torfige Whiskys produzieren, als die südlichen. Der Whisky ist einer der "Standard-Whiskys" der Destille, leicht süßlich, verhältnismäßig scharf und überhaupt nicht rauchig.
Bewertung: 0/+

Fino:
46% vol. Der Whisky wurde unter anderem im Sherryfass ausgebaut, was man deutlich am Geruch feststellt. Vom Geschmack her ist er dem "Rocks" ähnlich, aber milder als letzterer.
Bewertung: 0/+

10 year old:
46% vol. Einer der ersten Whiskys aus der neuen Periode, verkauft auch als "The Laddie Ten". Eine Mischung aus 90% Destillat aus Bourbonfässern und 10% aus Sherry Fässern. In Geruch und Geschmack zitronig und fruchtig, leicht rauchig, ganz leicht salzig und sehr mild.
Bewertung: +/++

El Classico:
46%, aus dem Oloroso-Fass. Ein Single Cask Whisky, der nur in der Destille zu bekommen ist. Zu schade, er ist absolut hervorragend. In Geruch und Geschmack steckt sehr viel Sherry, der Whisky ist harmonisch, süßlich und sehr mild.
Bewertung: ++/+++

Single Cask 17 year, 1992:
Eine weitere Rarität. Dem El Classico nicht unähnlich. Er riecht schwer nach Sherry, schmeckt weich und süßlich und ist ebenfalls sehr mild.
Bewertung: +/++

The Botanist (Gin):
Dieses Destillat ist kein Whisky, sondern ein von Bruichladdisch gebrannter Gin mit 22 Kräutern von der Insel Islay. Wir waren absolut beeindruckt. Schon im Gerucht kann man die Vielfalt der Kräuter und Gewürze riechen, die man genauso auch schmeckt.
Bewertung: ++/+++


Noch am gleichen Tag machen wir einen Abstecher in den größten Ort der Insel, Bowmore, wo wir nicht nur einkaufen und mittag essen, sondern auch der gleichnamigen Bowmore Destillery einen Besuch abstatten.

12 year old:
40% vol., 20% aus dem Sherry-Fass und 80% aus dem Bourbon-Fass. Ein bernsteinfarbener Whisky, der nicht rauchig, dafür eher fruchtig schmeckt. Ein "klassischer" Whisky, der angenehm mild, leicht malzig und weich schmeckt.
Bewertung: 0

15 year old darkest:
43% vol. 12 Jahre im Bourbon- und anschließend 3 Jahre im Sherry-Fass gelagert. Sehr dunkler Whisky, der einen deutlichen Sherry-Geschmack aufweist, leicht rauchig und wiederum sehr weich ist.
Bewertung: 0/+

18 year old:
Ähnlich wie der 12yr, aber 40% Sherry- und 60% Bourbon-Fass. etwas stärker und rauchiger als der 15yr.
Bewertung: 0/+

Als wir beschließen und in Richtung Nordküste und Fährhafen auszumachen sind wir gerade noch rechtzeitig da, um der Caol Ila Destillery einen kurzen Besuch abzustatten (das Visitor Center hat nur noch wenige Minuten geöffnet) und dort immerhin noch einen Whisky zu probieren, der uns eher überrascht und gut schmeckt.

Destillerys Edition, Cask strength: 
58,5% vol. Fassstärke. Ein Verschnitt aus Sherry- und Bourbon-Fass und unterschiedliche Alter. Von Geschmack und Geruch leicht moorig/torfig. Der Whisky ist überhaupt nicht rauchig und schmeckt komplett anders als die übrigen Islay-Malts, die wir probiert haben. Er ist sehr weich.


Hier möchte ich noch kurz die einzige Destille der spärlich besiedelten Nachbarinsel Jura erwähnen, die Jura Destillery. Diese haben wir nicht besucht, allerdings abermals im DutyFree am Flughafen einen sehr guten Whisky, den "Jura Superstition" probiert, der insbesondere mir sehr gut geschmeckt hat (ich mag im Gegensatz zu Michi und Flo die weicheren lieber als die ganz so rauchigen), und von dem ich mir eine Flasche gekauft haben. Genauso wie für den "Ardbeg Ten" (siehe vorheriger Post) gibts davon eine detaillierte Bewertung später.

Damit bin ich fertig mit Islay und werde im nächsten Post wieder mehr über Essen udn Getränke der Highlands schreiben.

In diesem Sinne: Guten Durst!
Bille

Montag, 4. Juni 2012

Scotland - Whisky of southern Islay

Im Süden der Insel Islay haben wir angefangen zu probieren: Mit den Destillen von Ardbeg und Laphroig. Vor allem letztere ist für ihren, in fast jedem Duty free und Whisky shop zu bekommenden, "10 year old" bekannt.

Wir haben alle unsere Whiskys bewertet, mit einer Wertung von "-" (total schlecht) über "0" (neutral, nichts besonderes) bis "+" (ganz gut), "++" (sehr gut) und "+++" (ausergewöhnlich). Natürlich sind die Bewertungen absolut subjektiv und von absoluten Laien, die jetzt zum ersten Mal in die Welt des schottischen Whiskys vordringen.


So sind wir also morgends nach dem Aufbrechen erst einmal samt unseren großen Rucksäcken in die Ardbeg Destillery reinmarschiert. Die Destille liegt malerisch am Meer, in dem kleinen Ort "Ardbeg", der kaum mehr ist, als die Destille und ein paar Farmen. Auf die Frage, ob wir einen Whisky testen könnten, wurden uns drei Gläser mit unterschiedlichen Whiskys gebracht und kurz erklärt. Ein bisschen der Nachteil dieser ersten Destille war vermutlich, dass wir erst mit der Zeit mehr über Whisky gelernt haben und so diese ersten noch schwer einschätzen konnten und schwer vergleichen.

Ardbeg Blasda: 
sehr heller Whisky der rauchig und leicht süßlich schmeckt. Ein bisschen Vanille schmeckt mit. Nicht sehr interessant.
Bewertung o/+

Ardbeg Uigeadail:
Der Name kommt von einer der Quellen, aus der Ardbeg sein Wasser bezieht. Er ist bernsteinfarben, richt sehr würzig, schmeckt deutlich rauchig. Zur Stärke gingen die Meinungen auseinandern. Ich fand ihn sehr scharf, die anderen beidne überhaupt nicht.
Bewertung: 0/+

Ardbeg Alligator:
Der Whisky mit rund 50% vol. wird in sehr stark ausgebrannten Fässern gelagert (daher der Name, die gebrannte Struktur soll an Alligator Schuppen erinnern). Er ist bernsteinfarben, ist extram stark rauchig, ein bisschen süßlich und vom Geruch her erscheint er uns weniger intensiv wie der Uigeadail. Der Alligator wurde erst einmal nur ca. 3-4 Monate angeboten und ist in fast allen Online-Stores ausverkauft und kaum zu finden.
Bewertung 0/+

Ardbeg Ten:
Diesen Whisky haben wir zum ersten Mal vor dem Rückflug im DutyFree zum Testen bekommen. Er hat uns auf Anhieb sehr gut geschmeckt und da er reduziert war, haben wir uns eine Flasche mitgebracht. Eine detailliertere Bewertung davon gibts später :)

Auf ca. 3-4 km entlang der Südküste Islays tummeln sich 3 Destillen. Die zweite, die wir hier besichtigt haben, ist "Laphroig", die mittlere, "Lagavulin", eine ebenfalls sehr bekannte, haben wir ausgelassen, da das Tasting schon ausgebucht war.
In Laphroig haben wir uns ein spezielles "Flavour Tasting" geleistet, bei dem wir nicht nur verschiedene Whiskys verkostet haben, sondern auch etwas dazu erklärt bekamen und das Ganze in Kombination mit Lebensmitteln probiert haben. Die Whiskys der Laphroig Destillery sind alle, wie auch Ardbeg, eher rauchig und torfig.

vlnr: 10yr, Quarter cask, 18yr
10 Year Old Laphroig
10 Year Old:
40% vol. Reif in Bourbon-Fässern, ist leicht salzig, leicht fruchtig und etwas schärfer. Einer der Standard-Whiskys, der sehr gut zu bekommen ist. Wir haben ihn zusammen mit einem Stück Roquefort genossen, das war der absolute Hit. Der salzige Beigeschmackt kommt noch besser zur Geltung und Whisky und Käse vermischen sich zu einem unglaublichen, cremigen Geschmack.
Idee: Diese Kombination als Vorspeise zu einem Menü oder zum Käseplatte zum Nachtisch.
Bewertung: +, in Kombination mit Käse:++

Quarter Cask:
48% vol.. Ebenfalls ein sehr gut zu bekommender Whisky, der "double matured" ist. Nach einer Lagerzeit von 5-11 Jahren in Bourbon-Fässern wird er noch 8 Monate is sogenannten "Quarter Casks", kleinen Eichenfässern gelagern. Er ist süßlicher als der 10yr, hat einen fruchtigen Geruch und ist wenig rauchig, dafür leicht süßlich. Für seinen Alkoholgehalt ist er erstaunlich mild. Die Fruchtigkeit sollte durch die Kombination mit Früchten, in diesem Fall Orange, besser zur Geltung kommen. Den Wow-Effekt wie die vorherige Kombination konnten wir (und auch die anderen Personen am Tisch) nciht feststellen.
Bewertung: 0/+

18 Year Old:
48% vol. Der Whisky hat den sehr beliebten 15-jährigen Laphroig abgelöst und ist laut Experten sogar noch besser als dieser. Er schmeckt und riecht etwas fruchtig, und ganz leicht rauchig (schmeckt man, riecht es aber nicht). Dazu kommt eine leichte Säure und im ersten Moment erscheint er süß. Wir haben ihn mit Kaffeebohnen in dunkler Schokolade probiert, aber auch blieb der erhoffte Effekt aus, trotzdem ist es pur ein hervorragender Whisky.
Bewertung: ++


Triple Cask:
48% vol. Der Triple Caska wird ausgebaut wie der "Quarter Cask", reift im Anschluss aber noch einmal 3 Monate im Sherryfass, was man auch schmeckt. Er ist wenig rauchig, dafür fruchtig, süßlich und sehr mild.
Bewertung: ++

10 Year Old Cask Strength:
58% vol. Dieser 10jährige Whisky wird nicht verdünnt, sondern in vollter Fassstärke abgefüllt. Damit behält er deutlich mehr Aromen. Er ist dem 10 Year Old sehr ähnlich (süßlich am Anfang, angenehm rauchig und fruchtig), allerdings sind die Aromen stärker zu schmecken und auch das Aroma des Holzes kommt durch. Bei dem hohen Alkoholgehalt sollte man meinen, dass man nur noch Alkohol schmeckt, was aber nicht der Fall ist. Er ist erstaunlich mild und sehr angenehm. Zusammen mit dem 18 Year Old unser Favorit.
Bewertung: ++

Viel Spaß beim Testen und Trinken, es macht Spaß und ist ein richtiger Genuss.
Guten Durst :)
Bille

P.S.:
Öffnungszeiten und Touren der Islay Destilleries finden sich hier (zum Vergrößern anklicken)


Montag, 7. Mai 2012

Dörren, Trocknen und bald gehts in den Urlaub

In den letzten Wochen hatten wir viel Arbeit und die Kocherei hat ein bisschen gelitten (und vor allem auch die Schreiberei). Inzwischen stehe ich aber wieder fleißig in der Küche. Ich koche, mixe, trockne und dörre.
Warum? Weil wir mal wieder auf dem Weg in den Trekking-Urlaub sind. Ich stelle im Moment Frühstück und Abendessen für 15 Tage und 3 Personen zusammen. Aus Zutaten wir getrocknetem Gemüse, getrocknetem Hackfleisch (Testbericht nach dem Urlaub) und Speck, gekochten und wieder getrockneten Hülsenfrüchten und Dinge wie Volleipulver, Milchpulver u.ä. Neben einigen bekannten Rezepturen (siehe "Outdoorküche") probiere ich auch wieder neues. Ich bin ja mal gespannt, wie es schmeckt, zum Testessen hab ich nämlich keine Zeit mehr.

Gleichzeitiges Dörren auf mehreren Ebenen: kleine Tomaten und gekochte Kartoffeln

Das Ziel unseres Urlaubs wird dieses Mal Schottland sein, genauer gesagt die westlichen Highlands und die Inseln Islay und Mull (Innere Hebriden). Neben Trekking und Spaß stehen dieses Mal auch jede Menge Fotographieren und vor allem kulinarische Streifzüge durch die Welt des Whiskys und der schottischen Küche auf dem Programm. Wir werden sicherlich mehrere Destillerien besuchen und uns ein bisschen durchprobieren. Außerdem bin ich gespannt, was uns an leckeren Dingen sonst so erwartet.

Eine der schottischen Spezialitäten ist übrigens "Haggis": Schafsmagen, gefüllt mit Innereien des selben, Zwiebeln, Gewürzen und Hafermehl... klingt gewöhnungsbedürftig, aber ich habe mir sagen lassen, dass es wirklich gut schmeckt. Wir lassen uns überraschen.

Auf jeden Fall hier das feste Versprechen, dass es nach dem Urlaub hier einen ausführlichen, kulinarischen Testbericht von unserer Reise durch den Westen Schottlands gibt.

Bis bald und guten Hunger!
Bille